Warum übernehmen Sie keine Video- oder Fotoaufträge?

Mikrokopterfliegen betreibe ich als Hobby. Das Fliegen macht mir Spaß und ich freue mich an den live heruntergesendeten Bildern aus der Vogelperspektive. Die Fotos sind ein schöner Nebeneffekt und entstehen durch die automatische Auslösefunktion der Kamera.

Für diese Form des Hobby-Modellfluges brauche ich z.B. keine Aufstiegsgenehmigungen. Sobald ich in irgendeiner Form "gewerblich" tätig würde, fiele das Fliegen mit der Schwebeplattform rechtlich nicht mehr unter die Rubrik Modellflug. Ich müßte (neben der
kostenfreien telefonischen Freigabe durch den zuständigen Tower bei Flügen in kontrollierten Lufträumen) für die Flüge kostenpflichtige Auftiegsgenehmigungen beantragen. Der Aufwand dafür kann beträchtlich sein, da ich nicht mit einem genormten Serienprodukt, sondern mit einer Einzelanfertigung fliege.  Bei einer befristeten Erlaubnis müßte ich, wenn das Wetter nicht mitspielen sollte, für den nächsten Zeitraum eine neue kostenpflichtige Starterlaubnis beantragen. Meistens sind solche Genehmigungen gleichzeitig mit Einschränkungen oder Auflagen versehen, wie z.B. die Absicherungen des Flugbetriebes durch die Polizei oder Flughöhenbeschränkungen, die deutlich unter dem für Modellflugzeuge erlaubten Rahmen liegen. Dazu käme bei kommerziellem Einsatz der Erwerb einer kostenpflichtigen Lizenz zur gewerblichen Nutzung der Steuerungssoftware für den Mikrokopter, eine teurere Haftpflichtversicherung, die Anmeldung eines Gewerbes, Abgaben an die Berufsgenossenschaft ETEM sowie die Erklärung der Einnahmen und Ausgaben für den Mikrokopter beim Finanzamt.

Da mein Hobby der Modellflug ist und nicht die Bürokratie, habe ich keine gewerblichen Ambitionen. Möglicherweise lägen die Einnahmen
auch unter den zusätzlichen Kosten, denn aus beruflichen Gründen hätte ich nicht die Zeit, viele Aufträge anzunehmen. Dazu kommt die Abhängigkeit vom Wetter. Niederschlag, bedeckter Himmel, zu hohe Luftfeuchtigkeit (Dunst) und Wind beeinträchtigen die Fotoqualität. Im Blick auf die Stimmung oder Belichtung des Bildes kommt es zu jahreszeitlichen Einschränkungen. So gibt es nicht wenige Objekte, die sich am besten im Juni fotografieren lassen, manchmal mit einem Zeitfenster von weniger als einer Stunde pro Tag. Wieviele Kunden könnte ich wirklich zufriedenstellen?

Also pflege ich das Kopterfliegen "nur" als Hobby, genieße meine freie Zeit, nutze sie zur Erholung oder für andere sinnvolle Dinge, die mir am Herzen liegen.

Sind Luftbildaufnahmen nicht genehmigungspflichtig?

Früher war das tatsächlich so. Aber die notwendige Freigabe von Luftbildern ist seit 1990 nach Art. 37 des 3. Rechtsbereinigungsgesetzes grundsätzlich entfallen. Verboten bleiben jedoch Fotografien sicherheitsgefährdeter Anlagen. Nicht erlaubt sind auch die Privatsphäre verletzende Aufnahmen von Personen, insbesondere von Prominenten. Sollte sich jemand durch einzelne Bilder auf dieser Homepage in seiner Privatsphäre gestört fühlen, bitte ich um kurze Mitteilung per Email, um die Bilder bei begründetem Sachverhalt selbstverständlich unverzüglich zu löschen oder die entsprechenden Bereiche unkenntlich zu machen.

 
Warum finden sich bei den Luftbildern keine Ortsangaben?

Mit Ausnahme der Kirchenfotos in zwei Bereichen der Nordkirche und der jeweils in Form von drei Teilbildern angezeigten Ortsnamen der Panoramen habe ich auf Ortsangaben verzichtet, um einem Mißbrauch der Bilder vorzubeugen. Auf vielen Fotos finden sich neben dem Hauptmotiv auch Privathäuser. Wenn ich den Bildern Orts- und Straßennamen zuordnen würde, ständen jedem mit Suchmaschinen wie Google auch die im Vergleich zu Google Earth noch detailierteren Luftbildinformationen zur Verfügung. Das möchte ich vermeiden, denn mir liegt daran, die Akzeptanz meines Hobbys nicht zu gefährden. Insofern bitte ich auch darum, keine Links zu einzelnen oder mehreren Bildern mit Ortsangaben auf Internetseiten zu veröffentlichen, es sei denn, dass die schriftliche Genehmigung aller Eigentümer der abgebildeten Häuser bzw. Grundstücke vorliegt.


Was kostet so ein Video- bzw. Fotokopter?

Wenn man nicht auf teure 10.000 bis  40.000 € kostende Fertigprodukte wie z. B. von microdrones®, service-drone® oder asctec® angewiesen ist und sich den Zusammenbau selber zutraut, sollte man für einen Kopter mit der Elektronik meines Systems (DJI® evtl. günstiger) mindestens eine Summe von 2600.- Euro, besser 3000.- Euro aufwärts für Bauteile und Zubehör einkalkulieren:


Bausatz oder Einzelteile für Quadrokopter/Hexakopter/Oktokopter
 875 - 2600
Zusatzelektronik (Navigationseinheit mit Kompass und GPS)
    300
Fernsteuerung (Sender und Empfänger)

250 -
1500
Beleuchtung, Stecker, Kleinteile, USB-Anschluss

    150
Kameragondel mit Servos
150  - 450
Kamera inkl. notwendiger Anpassung (z.B. Linsenfixierung)

ab
200
Videosender   50
- 120
         
Zusatzakku(s)
ab
  100
Ladegerät   50
-
150
Videoempfänger/Monitor oder Videobrille
200 -
600


Der Aufbau und die erforderliche Konfiguration sowie ggf. Veränderungen/Reparaturen erfordern neben Lötkenntnissen und einer entsprechenden Ausstattung
das gründliche Einlesen auf unzähligen Webseiten. Zudem ist es noch erforderlich, eine Haftpflichtversicherung für Flugmodelle abzuschließen.
Bei gewerblicher Nutzung kommen noch diverse weitere Kosten dazu (s.o.).


Ist es schon zu Abstürzen gekommen?

Ja, wobei fast alle in der Anfangsphase meines Hobbys bei Test- und Trainingsflügen passierten, die u.a. dazu dienten, Grenzsituationen kennenzulernen, technische Neuerungen zu testen oder Belastungsgrenzen herauszufinden. Bei Flügen, die aus Freude am Fliegen und dem Genießen der Perspektive aus der Luft unternommen werden, liegt die Absturz- bzw. Notlandequote nach meinen Aufzeichnungen seit über zwei Jahren im Promille-Bereich bei weiter abnehmender Tendenz. Da ich am liebsten von einem freien Areal aus starte, und sich der Mikrokopter bei Teilausfällen der Technik oftmals, wenngleich eingeschränkt, steuern läßt, enden auch Problemflüge mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit in unkritischen Bereichen. Falls sich der Kopter annähernd im Horizontalflug bewegt, wird er am ehesten in einen Baum fliegen. Die Energie des Mikrokopters liegt dabei - um einen Vergleich zu nennen - deutlich unter der Energie eines kräftig getretenen Fußballes. Bei Empfangsausfall, den ich zwar noch nicht erlebt habe, der aber außerhalb der Senderreichweite oder bei Ausschalten des Senders eintreten würde und bei nicht ganz auszuschließenden technischen Problemen eintreten könnte, würde der Kopter eine kurze Zeit automatisch zurück in Richtung Startplatz fliegen (wobei er ggf. wieder in Senderreichweite kommt) und dann eigenständig mit einer Notgassteuerung Höhe abbauen und nicht einfach vom Himmel fallen. 

Falls es trotz sorgfältiger Vorbereitungen zu unvorhergesehenen Ereignissen gekommen ist, habe ich jeweils viel Zeit für die Analyse verwendet und dabei in der Regel Tausende von Black-Box-Daten ausgewertet, um die Ursachen herauszufinden und um ungewöhnliche Flugsituationen besser einschätzen und beherrschen zu können. Den Informationen verdanke ich manche Anregung, die mich zu technischen Änderungen des Kopters veranlasst haben, um erkannte Problemursachen nach Möglichkeit für die Zukunft auszuschließen. Zudem gibt es ein Forum, in dem ich mich regelmäßig über technische Erkenntnisse austausche und Hilfe bei offenen Fragen finde. So ließ sich die Zuverlässigkeit des Gerätes Jahr für Jahr verbessern.

Für mein Hobby besitze ich überdies natürlich auch - wie vorgeschrieben - eine spezielle Haftpflichtversicherung, die Schäden bis zu einer Höhe von € 1.500.000 abdeckt. Da ich mit meinem Hobby bisher keinen Fremdschaden verursacht habe, brauchte ich die Versicherung noch nie in Anspruch nehmen. 
Hinweis:

Die notwendige Freigabe von Luftbildern ist seit 1990 nach Art. 37 des 3. Rechtsbereinigungsgesetzes grundsätzlich entfallen. Verboten sind jedoch Fotografien sicherheitsgefährdeter Anlagen. Nicht erlaubt sind auch die Privatsphäre verletzende Aufnahmen von Personen, insbesondere von Prominenten. Sollte sich jemand durch einzelne Bilder auf dieser Homepage in seiner Privatsphäre gestört fühlen, bitte ich um kurze Mitteilung per Email, um die Bilder bei begründetem Sachverhalt unverzüglich zu löschen oder die entsprechenden Bereiche unkenntlich zu machen.